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Besser leben ohne Plastik

Vortrag der Buchautorin Nadine Schubert an der Fachakademie Seligenthal


01. Dezember 2017 Erschütternde Zahlen präsentierte Nadine Schubert, Journalistin und Co-Autorin  des Buches „Besser leben ohne Plastik“, in einem engagierten Vortrag vor den Studierenden der zweiten Klassen und Schüler/-innen der Wirtschaftsschule und des Gymnasium Seligenthal. Die Referentin erläuterte auch, wie ein besseres Leben ohne Plastik realisiert werden kann. Sie selbst hat ihren Privathaushalt seit 2013 so umorganisiert, dass Plastikmüll auf ein Minimum reduziert  und durch alternative Konsumgüter ersetzt ist.

Schuberts Hauptanliegen ist es, den Bergen an überflüssigen Verpackungsmüll aus Plastik den Kampf anzusagen. Allein in Deutschland geht es dabei um jährlich 37 kg pro Kopf. Schätzungen zufolge sterben jährlich ca. eine Million Seevögel einen qualvollen Tod, weil sie Plastikteile verschlucken. Fachleute gehen davon aus,  dass es im Jahr 2050 mehr Plastikmüll im Meer geben werde als Fische. Entscheidende Mengen liefern neben  Verpackungen  Einwegflaschen, to-go-Kaffeebecher und Kaffeekapseln aus Kunststoff, die den Konsumenten in aller Welt  den Genuss einfach, bequem und billig machen.

Als sehr bedenklich stufte Schubert auch den Einsatz von Mikroplastik in Wasch- und Reinigungsmitteln und  Kosmetika ein. Hier appellierte sie eindringlich an die Zuhörer, Alternativen  zu überlegen und stellte an zahlreichen praktischen Beispielen vor, wie  man durch selbstgemachte Wasch- und Pflegemittel sowie Kosmetika  Mikroplastik vermeiden und  auch noch Geld sparen kann.

Ein Umdenken ist nach Schubert  auch beim Kleidungskauf gut möglich. Billige Klamotten locken vor allem jugendliche Käufer zu unbedachtem Konsum. Die Massen an Kunststofffasern, die auch schon beim Waschen über das Abwasser in die Umwelt gelangen, sind nach ihrer Einschätzung ökologisch nicht zu verantworten und gefährden die Gesundheit zum einen durch die Aufnahme über die Nahrungskette wie auch durch das Einatmen von Feinstaubpartikeln. Hier sieht die Referentin einen deutlichen  Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Allergien und Unverträglichkeiten.

Aus globaler Perspektive betrachtet mag der im Verhältnis winzige Schritt, den der Einzelne durch die Änderung seines Konsumverhaltens  beitragen kann, ernüchternd und unbedeutend  erscheinen, jedoch geht es darum, sich der persönlichen Verantwortung für Umwelt und Gesundheit bewusst zu werden – „weil einer den Anfang machen muss!“, so Schubert.

Und oft muss erst gar nicht über Alternativen nachgedacht werden: Auf so viele  überflüssige Dinge könnten wir ohne Probleme verzichten. Dann  wäre es leichter,  Ordnung  und Freiräume zu schaffen, die Umwelt zu schützen  dabei  auch noch Geld zu sparen. Dieser Gedanke soll uns auch im Hinblick auf das weihnachtliche Schenken begleiten - und er sollte weitergegeben werden, „damit man spürt, wie gut es tut, die Welt  ein klein bisschen besser zu machen!“


Autor: Martha Strebl | Datum: 11.12.2017