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Ein Brief kann Leben retten

Seligenthaler Schulen engagieren sich für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen


Uschi Seiler (r.) nahm die 600 Briefe bei einem Besuch an der Fachakademie Seligenthal entgegen und bedankte sich im Namen von Amnesty International für das Engagement der Studierenden und Schülerinnen

Rund 600 Briefe gehen dieser Tage aus Seligenthal hinaus in die Welt. Sie sind gerichtet an Regierungen, die verantwortlich sind für Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land und auch an Menschen, deren Rechte missachtet werden und denen großes Unrecht geschieht. Die Studierenden der Fachakademie und Schülerinnen des Gymnasiums haben sich unter dem Motto „Schreib für Freiheit“  am „Briefmarathon“ von Amnesty International beteiligt und mit ihren Protest- und Solidaritätsbriefen ein klares Zeichen für die Einhaltung von Menschenrechten gesetzt.

Taner Kılıç, Vorstandssprecher von Amnesty International in der Türkei, ist einer der Menschen, die in diesem Jahr im Mittelpunkt der weltweiten Aktion „Briefmarathon“ standen. Sein friedlicher Einsatz für die Menschenrechte wurde ihm im Juni dieses Jahres zum Verhängnis. Gemeinsam mit zehn anderen Menschenrechtsverteidiger/-innen wurde er unter dem Vorwurf der  Mitgliedschaft in einer „bewaffneten Terrororganisation" verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft. Alle Bemühungen, ihn aus der Haft zu befreien, sind bisher gescheitert.

Weniger prominent, aber ebenso bewegend sind die Fälle aus China, Finnland und dem Tschad, mit denen sich die Studierenden und Schüler/-innen im Sozialkundeunterricht beschäftigt haben. Lebenslange Haft, weil man auf Facebook regierungskritische Videos gepostet hat? Folter und Vertreibung, weil man sich als Rechtsanwältin für die Opfer von Zwangsräumungen eingesetzt hat? Alle diese Fälle von Menschenrechtsverletzungen lösten bei den Studierenden und Schüler/-innen nicht nur große Betroffenheit aus, sondern auch die Bereitschaft, aktiv zu werden und sich zu solidarisieren. Mit ihnen taten dies weltweit Millionen Menschen, die nun alle darauf hoffen, dass ihr gemeinsamer Einsatz für die Menschenrechte Wirkung zeigt.


Autor: Elisabeth Strasser | Datum: 20.12.2017